Tipps
Glück? Ein wenig provokant formuliert, jedoch ist das Fehlen von Glück relativ oft entscheidend bei Unfällen. Auf einigen Motivationsinternetseiten wird immer wieder beschrieben, wie man sein Glück™ eigenständig beeinflussen kann und durch einfache vier-Punkte-Pläne reich, sexy oder einfach nur glücklich wird (oder alles zusammen).
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Erkenne, dass äußere Umstände nicht in deiner Macht stehen
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Erkenne, dass nur dein Inneres in deiner Macht steht
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Verstehe, wie (Un-)Glück entsteht
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Benutze deine Macht
Ich persönlich finde diese Strapazierung des Begriffs Glück™ etwas scheinheilig, da Glück™ hier einfach stellvertretend für Nachdenken verwendet wird. Versuchen wir das trotzdem umzuformulieren: Es gibt Dinge die passieren, ohne dass du Einfluss darauf hast. Da wir darauf keinen Einfluss haben, bleiben nur noch zwei Punkte übrig, die wir uns vor jeder Route klarmachen sollten:
Untersuche, was passieren kann.
Tue alles, sodass nichts passiert.
Der menschliche Faktor
Das schwächste Glied in der Sicherungskette ist die oder der Sichernde. Die Unfallanalyse zeigt: Ursache Nummer eins ist menschliches Fehlverhalten und nicht das Sicherungsgerät. - DAV Sicherheit
Der DAV legt sehr viel Wert auf eine umfassende Schulung von Kletter*innen. Das wird auch die DAV Unfallstatistik belegt: Unfälle passieren ca. 30 Mal häufiger durch einen unkontrollierten Sturz als durch eine Sicherungsfehler. Demnach scheinen eine solide Ausbildung und vor allem die Partnercheck Kampagne viel zu bringen. Nichts desto trotz, können Sicherungsfehler durch richtige Bedienung vermieden werden.
Im Bereich des Solokletterns gibt es keine Ausbildungs- und Schulungsstrategie. Falls man wirklich allein Klettern möchte, muss in Eigenregie gelernt und geübt werden.
Redundanz
Die größte Kunst beim Bergsteigen ist, dass man dabei auch alt wird. - Hans Schwanda
Wie kann man Redundanz einführen? was sollte man dabei beachten? Einige Beispiele, was so schiefgehen kann, lassen sich nachlesen: (https://www.ropelab.com.au/redundancy-in-rope-systems/)
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Ein Karabiner ist nicht richtig geschlossen und sein Verschluss wurde aufgedrückt.
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Ein Knoten ist falsch geknüpft, hat sich gelockert sich oder löst sich.
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Ein Seil läuft über eine ungeschützte Kante und wird beschädigt oder durchgeschnitten.
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Ein Gerät (Abseilgerät, Sicherungsgerät oder anderes) ist falsch eingefädelt und sichert.
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Ein Bediener übersteuert die Funktion eines Geräts (Abseilgerät, Sicherungsgerät oder anderes).
Redundanz ist ein heikles Thema, denn nicht jedes Stück Kletterequipment kann doppelt getragen werden: Beispiel Hüftgurt. Dabei muss beachtet werden, wie und wozu das entsprechende Sicherungselement designt und verwendet wird. Vorher noch einige Beispiele von Gegenständen, die meist nur einfach ausgeführt sind: Hüftgurt, Seil, Sicherungsgerät, Karabiner, Felsanker, Sicherungspartner.
Im Endeffekt läuft es darauf hinaus jedes kleinste Teil seiner Kletterausrüstung anzuschauen und zu fragen:
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Was passiert, wenn dieses Teil nicht funktioniert?
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Wie wahrscheinlich ist es, dass genau dieses Teil versagt?
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Kann es mit anderen Komponenten interagieren?
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Ist bei einem Defekt die gesamte Sicherungskette außer Kraft?
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Wird durch Redundanz die Sicherungskette geschwächt?
Bleiben wir mal beim Beispiel Hüftgurt. Warum wird der Hüftgurt nicht doppelt verwendet? Ganz einfach, jeder Hüftgurt ist das stabilste Teil in der Sicherungskette. Sämtliche Komponenten sind auf eine Festigkeit von mind. 22 kN ausgelegt, also deutlich mehr als die maximale Fangstoßkraft von 12 kN bei einem Faktor ~1,8-Sturz. Zusätzlich werden Hüftgurte in einer sicheren, kontrollierten Umgebung gefertigt und es finden regelmäßige Qualitätskontrollen statt. Es gibt es außer der falschen Verwendung fast keine Szenarien, in denen ein Hüftgurt versagt. Falsche Verwendung bedeutet hier:
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Keine regelmäßige Sichtprüfung: Der Gurt ist verschlissen und wird trotzdem weiterverwendet.
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Kein Austausch nach der vom Hersteller beschriebenen Nutzungsdauer: Versagen durch Materialermüdung
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Falsche Größe: Viele Unfälle, bei denen Der Hüftgurt nicht das tat, was er tun sollte kamen durch zu Größe Hüftgurte: der Gurt verrutscht und hält nicht mehr bei einem Kopfübersturz.
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Nicht richtig eingebunden: An jedem Hüftgurt ist ein Piktogramm angebracht, für welchen Verwendungszweck welche Einbindepunkt zu nutzen ist.
Im Allgemeinen sind Unfälle, die durch den Hüftgurt entstanden, sehr selten. Trotzdem kann man dieses Risiko nie ausschließen.
Für Sicherungsgeräte ist diese Beurteilung nicht mehr eindeutig, da hier die Verwendung fürs Soloklettern die Maxime der Redundanz verletzt. Im Falle des Sicherns eines Kletterpartners wird die Sicherheit dadurch gewährleistet, dass erstens wieder einmal das Gerät in einer kontrollierten Umgebung hergestellt wurde und das eine mögliche Fehlfunktion (z.B. Bremsfunktion nicht ausreichend) durch das Prinzip der Bremshand ausgeglichen wird. Beim Soloklettern hat man diese Bremshand nicht. Es müssen also Vorkehrungen getroffen werden, die Sicherung zusätzlich abzusichern.
Mehr dazu: Backup Knoten, Überprüfungen
Knoten
Knoten sind schon ein interessantes Thema. Viele Kletterer kennen nur den Achterknoten, da der zum Einbinden ins Seil verwendet wird. Es gibt aber noch viel mehr und für das Soloklettern werden auch noch einige weitere Knoten gebraucht.
Wie gewohnt fangen wir mal mit der Sicherheit an. Jeder Knoten verringert die maximale Belastbarkeit des Seil. Zum Beispiel beim Achterknoten wir die maximale Bruchlast des Seils um ca. 20% reduziert. Edelrid beschreibt auf einer Internetseite diesen Effekt für verschiedene Seile und Schlingen ihrer Produktion. Bei zwei verschiedenen Kletterseilen (Apus Eco Dry und Swift Eco Dry) wird die Bruchlast von 15,7 kN bzw. 18,8 kN ohne Knoten auf 12,3 kN bzw. 15,6 kN reduziert. Ein kurzer Einwurf: die maximale Fangstoßkraft bei einem Faktor 1,7 Sturz darf maximal 12 kN sein. Dem Wert kommt man schon sehr nahe. Auf Wikipedia oder hier werden sogar noch stärkere Reduktionen beschrieben. Realistisch ist ein 100 kg schwerer Kletterer bei einem Faktor 3 Sturz mit sehr steifem Seil einer solchen Kraft ausgesetzt. Normale Stürze kommen nicht mal in die Nähe einer solchen Kraft.
Aber fangen wir mal mit einer groben Kategorisierung von Knoten an. Ganz grob, es gib Sicherungsknoten und Klemmknoten, wobei dich die Sicherungsknoten noch unterscheiden möchte zwischen Einbindeknoten und anderen Sicherungsknoten.
Einbindeknoten
Hierbei ist das Angebot ja sehr begrenzt: entweder Achter oder Doppelter Bulin und diese Auswahl reicht schon um einen heftigen Glaubenskrieg in der Klettergemeinschaft auszulösen.
An diesem Thema scheiden sich die Geister…
Gurte
Die Schlaufe zum Abseilen
Wie und wo bindet man sich denn ein? Im Kapitel Normungen haben wir ja bereits gelesen, dass die Gurte an den Schlaufen getestet wird, die zum Abseilen benutzt werden. Das hört sich toll und sicher an, aber was sind denn diese zum Gebrauch des Abseilens definierten Schlaufen? Dazu muss man leider in die Handbücher der jeweiligen Hersteller schauen. Prinzipiell gibt es zwei Möglichleiten: Einbinden in die Abseilschlaufe, oder Einbinden parallel zur Abseilschlaufe durch den Hüftgurt und den Steg der Beinschlaufen. Hier ein kurzer Auszug, was die Hersteller so von ihren Kunden verlangen:
| Hersteller | Sichern/Abseilen | Einbinden |
|---|---|---|
| Arc‘teryx | Sicherungsring | Beinschlaufensteg mit Hüftgurtöse |
| Edelrid | Sicherungsring | Beinschlaufensteg mit Hüftgurtöse oder Sicherungsring |
| Petzl | Sicherungsring | Beinschlaufensteg mit Hüftgurtöse |
| Black Diamond | Sicherungsring | Beinschlaufensteg mit Hüftgurtöse |
| Mammut | Sicherungsring | Beinschlaufensteg mit Hüftgurtöse oder Sicherungsring |
| Ocun | Sicherungsring | nicht eindeutig im Handbuch |
| Climbing Technology | Sicherungsring | Beinschlaufensteg mit Hüftgurtöse oder Sicherungsring |
Jetzt wird es aber erst lustig. Die Option, die man zum Sichern verwendet, ist auch die Option, mit der man abseilt. So definiert es auch z.B. Arc‘teryx im Handbuch. Wenn nun der Gurt an den Schlaufen zum Abseilen getestet wird, dann empfehlen hier einige Hersteller eine Option zum Einbinden, die nach der relevanten EN 12277 gar nicht getestet wird ☹.
Ich habe leider keine Ahnung, wie diese Dilemma in der Praxis gelöst wird, aber es bleibt ein fader Nachgeschmack. Hoffen wir mal, dass die Hersteller nur das Beste wollen.
Regelmäßige Prüfungen
Immer passieren Unfälle. Es gibt jedoch auch welche, die eine komplette Community beeinflussen. So zum Beispiel der tödliche Sturz von Todd Skinner. So, wie es der Bericht darstellt, stürzte der Kletterer durch einen stark verschlissenen Sicherungsring des Klettergurts. Dieser ist beim Abseilen gerissen und Todd Skinner ist 800 ft ~ 250 m tief gestürzt. In einigen Forenbeiträgen wurde daraufhin eher diskutiert, sich nie wieder in den Sicherungsring einzubinden, als vor dem Klettern das Equipment zu prüfen, was mein Meinung nach ein großer Fehler ist.
Wie prüft man denn nun einen Klettergurt? Dazu geben die Hersteller verschiedenste Anweisungen. Ich habe mal versucht die Prüfungen verschiedener Hersteller zusammenzufassen.
Verwende den Gurt nicht, wenn
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du Zweifel am Zustand deines Gurts hast,
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Bandmaterial oder Schlaufen beschädigt, verfärbt, stark aufgepelzt, aufgedickt oder aufgeschmolzen sind,
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Fäden oder Nähte lose oder durchtrennt sind,
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der Verschleißindikator sichtbar wird,
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Schnallen verkratzt, verbogen oder beschädigt sind,
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der Gurt einer hohen Belastung ausgesetzt wurde (Edelrid gibt bestimmt dies genauer: Sturzfaktor > 1)
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äußere Einflüsse den Gurt beschädigen können (Hitze, UV-Strahlung, Chemikalien wie Öle und Säuren),
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der Gurt älter als 10 Jahre ist.
Versicherung
Scheiß Thema. Bevor ihr Extremsport 😉 betreibt, schaut mal in eure Versicherungsunterlagen!
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Ihr klettert beispielsweise in der Kletterhalle und ihr habt einen Unfall. Je nach Versicherung ist Klettern ab dem IV bis VIII Grad Extremsport und muss zusätzlich versichert werden. Ab dem vierten Grad (UIAA)? Das ist schon fast lächerlich. Zudem gibt es beim Sportklettern keinen Zusammenhang der Schwere des Unfalls mit dem Schwierigkeitsgrad, diese Einteilung ist also willkürlich ohne Entscheidungsgrundlage. Ihr könnt also stark davon ausgehen, dass eure Versicherung bei Solo-Unfällen wirklich nur das Notwendigste bezahlen wird.
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Im professionellen Umfeld wird von einigen Berufsgenossenschaften nicht mehr das Sichern mit Tube versichert. Daher wird in vielen Kletterhallen mittlerweile auf die Benutzung von Halbautomaten bestanden.
Ich bin hier definitiv kein Fachmann, macht euch bitte selbst schlau und fragt bei euren Versicherungen nach.
Fallen
Je schwerer die Routen, je eher fällt man. An dieses Gefühl muss man sich gewöhnen. Was mir immer auffällt ist, dass gerade beim rope solo das Fallen sehr unangenehm ist. Nicht, weil die Stürze härter oder schmerzhafter sind, sondern weil der Kopf blockiert:
Der Kopf ist der wichtigste Muskel beim Klettern - Wolfgang Güllich
Das beste Equipment im Leben sind die eigenen Sinne! - Iris Schwing
Was wäre schön?
Im Kapitel Wichtige Normen könnt ihr bereits nachlesen, welche Überprüfungen die Geräte alle bestehen müssen, um zum Besipiel als Halbautomat, bzw. Bremsgeräte mit manuell unterstützter Verriegelung nach EN 15151-1, oder als Seilklemmen nach EN 567 zertifiziert zu werden.
Diese Tests legen schon ein solides Fundament für die Verwendung als Solodevice, jedoch fehlen noch einige wenige Tests, um auch die allgemeine Solofähigkeit zu gewährleisten. Das sind drei Vorschläge, die mir während der letzten Jahre eingefallen sind. Ich überprüfe diese tatsächlich bei meinen Geräten und mache mir auch immer wieder klar, welche Beschränkungen einige Geräte haben BEVOR ich losklettere.
Ins Seil greifen
Geräte, die durch Reibung funktionieren, sind sehr empfindlich gegenüber Kräften, die von oben einwirken und können dann unkontrolliert durchrutschen. In Paniksituationen kann es schnell passieren, dass man fällt und sich instinktiv am Seil festhält. Bei einem Durchschnittsgewicht von etwa 70 kg bei Frauen und 84 kg bei Männern, rutscht das Seil einfach durch die Hände und schiebt das Sicherungsgerät einfach nach unten. Das Resultat: verbrannte Handinnenflächen, Quetschungen, wenn das sich das Seil um die Hände/Finger wickelt und möglicherweise Schlimmeres. Wie problematisch dies ist kann ich richtig einschätzen. Mir fällt nur auf, dass der Griff zum Seil recht gelegentlich passiert und daher nicht vernachlässigt werden sollte.
Herangehensweise:
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Das Gerät wird ins Seil eingebaut
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Es wird ein Karabiner, aber keine Beschwerung an den zentralen Sicherungspunkt eingehängt
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Über das Sicherungsgerät wird eine Expressschlinge ins Seil eingehängt
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Das lose Seilende
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Das lose Seilende wird mind. 2 m hängen gelassen
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Das lose Seilende wird über eine Seilrolle, ca. 1 m über dem Sicherungsgerät, befestigt
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Über ein adäquates Gewicht (ich würde mal mit 20 kg starten) wird nun schlagartig das Sicherungsgerät über die Expressschlinge von oben belastet.
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Das Sicherungsgerät sollte innerhalb von 100 cm blockieren
Zu diesem Thema habe ich Versuche mit sämtliche Sicherungsgeräten gemacht, die mir zur Verfügung stehen.
Jeweils mit hängendem oder hochgehaltenem losen Seilende wurden die Versuche wiederholt, weil allein das Gewicht vom Seil den Blockiermechanismus beeinflusst. Je nachdem, ob man mit Seilrucksack klettert, oder einfach das lose Ende baumeln lässt, kann es Unterschiede geben.
Erweiterte dynamische Leistung ohne Bremshand
Wir sind Menschen und haben einfach keine dritte Hand um beim Soloklettern durchgehend eine Bremshand fürs Sicherungsgerät übrig zu haben. Also müssen alle Geräte am besten auch ohne Bremshand bremsen. Spontan würde ich dazu tendieren einen ähnlichen Tests wie die dynamische Leistung in der EN 12841 durchzuführen.
Das bedeutet:
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Das Gerät wird ins Seil (nach EN 892 - dynamische Kletterseile) eingebaut
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Am zentralen Sicherungspunkt des Geräts wird eine 60 cm lange Bandschlinge mit einem 100 kg Gewicht befestigt.
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Das lose Seilende
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Das lose Seilende wird mind. 2 m hängen gelassen
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Das lose Seilende wird über eine Seilrolle, ca. 1 m über dem Sicherungsgerät, befestigt
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Das Gewicht wird auf einen Meter über das Sicherungsgerät angehoben und fallengelassen.
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Das Gerät darf nicht weiter als 2 m durchrutschen und muss noch intakt sein.
Die wichtigste Änderung zur dynamischen Leistung in der EN 12841 wäre die Verwendung eines dynamischen Kletterseils und die Veränderung des Lanyards.
Dieser Tests ist nun nicht mehr so einfach durchzuführen, aber man kann mal zwei verschiedene Optionen ausprobieren. Erstens kann man einfach mit sauberem Backupknoten (Karabiner in die Schlaufe des Knotens hängen) einen 2 m Sprung wagen. Oder man mach bei einem Falltests mit einem Kletterpartner mal einen Backupknoten einige Zentimeter unterhalb des Sicherungsgeräte und dann einen Falltests. Diese Option aber bitte vorher gründlich durchsprechen. Dann wird sich zeigen, welches Gerät blockt, oder bei welchem Gerät der Backupknoten entscheidend war.
Das Resultat ist recht eindeutig:
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Das Edelrid Eddy blockiert bei fast jedem Versuch, egal, ob das lose Ende des Seils herunterhängt oder nach oben gehalten wird.
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Das GriGri rutscht durch. Zwar erzeugt es eine Menge an Reibung, aber einem unkontrollierten Sturz kann es nicht entgegenwirken.
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Das Shunt rutscht, als wäre es nicht da.