Lead Solo
Beim Lead Solo ist die Sache ziemlich einfach und es gibt recht wenige Diskussionen, wie man sichert. Es gibt eine sehr beschränkte Auswahl an Sicherungsgeräten, von denen man auch nur eins benutzen kann.
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Rock Exotica - Silent Partner
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Petzl - GriGri
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Edelrid - Eddy oder vergleichbares
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Wild Country - Revo
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HMS Karabiner mit Mastwurf
Gedreht oder nicht gedreht
Wenn ihr schon ein wenig zum Thema Lead Solo im Netz gelesen hat, habt ihr bestimmt schon gelesen, dass das GriGri um 180° an der Sicherungsschlaufe einbauen soll. OK, dann ist der Ablassgriff auf der falschen Seite, das lose Seilende zeigt jetzt zu einem hin. Alles sehr merkwürdig: „Ich dachte es ist am sichersten, wenn man das Handling schon kennt?“
Das GriGri zu drehen hat jedoch entscheidende Gründe. Es scheint mehrfach vorgekommen zu sein, dass sich bei unkontrollierten Stürzen das Seil um den Ablasshebel gewickelt hat und so dauerhaft abgelassen wurde. Einige Soloafficionados haben daraufhin kurzerhand den Hebel entfernt, so dass dieses Problem nicht auftreten kann. Das Problem stammt aus Zeiten des GriGri 1 von 1991. Damals hatte das GriGri zwei entscheidende Probleme: kein Autolock wie das GriGri+, und keinen Metallblock am Sicherungshandende, der das Seil davor bewahrt unter den Hebel zu rutschen. Außerdem war der Hebel deutlich größer und klobiger und bot mehr Raum fürs Verheddern. Heute, mit dem GriGri+, ist das alles kein Problem mehr. Der Hebel ist gut versenkt, Autolock funktioniert, der Metallblock funktioniert.
Diese Frage lässt sich auch auf das Edelrid Eddy erweitern, wird das auch falsch herum eingebaut? Die Antwort ist eindeutig: Jein! Da das Eddy auch einen versenkten Hebel, Autolock und eine noch bessere Einbindung des Seils in den Gerätekörper hat, ist es egal wie rum es eingebaut wird. Außerdem ist die Richtung, in der das lose Ende des Seils zeigt, schon die Richtige. Jedoch gibt es auch Eddy-Nutzer, die das Gerät andersherum verwenden. Nur warum? Ich denke das geschieht aus Gewohnheit, da man das so auch beim GriGri macht.
Der zweite Grund für das Drehen ist der Seilwiderstand beim Seil Ausgeben. Angeblich kann man durch Drehen die Seilreibung beim Seilausgeben deutlich vermindern. Mir ist dieser Effekt beim GriGri noch nicht aufgefallen, da es eigentlich immer akzeptabel funktioniert. Ob man das lose Ende einfach hängen lässt, oder über die Schulter führt, oder im Rucksack verstaut, es funktioniert irgendwie immer. Im Gegensatz zum Eddy. Das Eddy ist da sehr wählerisch. Das lose Seilende hängen lassen funktioniert gar nicht. Durch das Gewicht des Seils, wird beim leichtesten Ziehen die Verriegelung aktiviert. Also muss man das Seil eh über die Schulter führen (egal ob mit oder ohne Rucksack).
Das unterschiedliche Verhalten kommt von einem unterschiedlicher Verriegelungsmechanismus, obwohl auf den ersten Blick beide Geräte gleich zu funktionieren scheinen. Jedoch hat das GriGri einen federgespannten Bremsnocken. Eine Feder hält den Bremsnocken vom Blockieren ab. So ist es möglich Seil auszugeben. Erst, wenn am Seil zur Seilausgabe gezogen wird, verdreht einen Exzenter den Klemmmechanismus und quetscht das Seil ab, um die Reibung zu erhöhen. Entscheidend dabei ist die Kraft zwischen Kletterer und Sicherungsgerät.
Petzl fertigt auch das Grillon, welches zur Arbeitsplatzpositionierung verwendet wird. Das Grillon ist nahezu baugleich mit dem GriGri, hat jedoch keine Feder, um den Bremsnocken zurückzuhalten. Das Seil wird dadurch bei leichtestem Zug blockiert.
Das Eddy hat zwar auch einen leichten Exzenter wird aber durch Reibung aktiviert. Es kommt also ohne Rückstellfeder aus. Die aktuelle Einstellung (blockiert oder frei) rastet durch einen kleinen federbelasteten Kugelbolzen in zwei Positionen ein. Wenn also das Eddy blockiert, dann bleibt es blockiert, bis man den Bremsnocken zurückdrückt oder das Seil zurückzieht.
Als neueste Errungenschaft, darf ich das WC Revo als mein Eigen nennen.