Gurte

Klettergurte werden immer etwas stiefmütterlich behandelt. Man hat einen (oder zwei, oder drei), die man hauptsächlich nach ergonomischen Erwägungen ausgewählt werden. Ich habe drei Klettergurte. Einen Edelrid Orion fürs Soloklettern oder Klettersessions, bei denen ich viel Sitzen werde. Einen Petzl Sitta, wenn ich wenig Platz im Gepäck habe. Und einen Petzl Sequoia fürs Baumklettern. Hierbei werden direkt mehrere Normen relevant.

Es gibt mindestens drei verschiedene Normen, die unterschiedliche Arten von Gurten beschreiben. Die wichtigste Norm dabei ist die Bergsteigerausrüstung - Anseilgurte - EN 12277, nach der jeder Sportklettergurt zertifiziert ist. Entscheidend ist auch nur der Typ C, also der Sitzgurt. Eine weitere Norm für Sitzgurte, die EN 813 - Persönliche Absturzschutzausrüstung - Sitzgurte, ist zuständig für Sitzgurte im Arbeitsumfeld mit statischen Seilen. Die letzte Norm ist die EN 361 - Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz- Auffanggurte, auf die ich hier nicht näher eingehen werde.

Sportklettern

Die Festigkeitsprüfung muss an allen im Schlaufen, die für den Gebrauch des Abseilens definiert sind, durchgeführt werden und besteht aus einer Prüfung mit einer Prüfpuppe und aus einer Prüfung des Bauchgurtes.

Für die Festigkeit des Sitzgurtes mit Prüfpuppe wird zunächst nach einem bestimmten Schema die Prüfpuffe in den Gurt eingebaut und zur Justage mit 80 kg Gewicht belastet. Wenn der Gurt richtig eingestellt ist, dann wird eine Kraft auf die Puppe von 15 kN innerhalb von zwei Minuten aufgebracht, eine Minute gehalten und dann wieder innerhalb einer Minute entlastet. Im Anschluss an dieses Test, wird der Test ein weiteres Mal wiederholt.

Zur Bestimmung der Festigkeit des Bauchgurts wird der Sitzgurt um einen 250 mm (bzw. 160 mm je nach Größe des Gurts) Zylinder gelegt und eingestellt. Die Belastung von 10 kN werden innerhalb von zwei Minuten aufgebaut, einen Minute gehalten und wieder innerhalb von einer Minute abgebaut. Im Anschluss wir der Test mit anderen Zeiten wiederholt, Belastung und Halten drei Minuten lang.

Die Tests sind bestanden, wenn alle tragenden Materialien vollständig in Ordnung sind und die Schnallen zum Einstellen des Gurtes nicht mehr als zwei cm gerutscht sind.

Andere Anforderungen:

  • Alle Gurte, die den Körper berühren müssen mind. 43 mm breit sein

  • Nähte, die für die Sicherheit und Festigkeit relevant sind, müssen kontrastreich abgesetzt sein, so dass man sie überprüfen kann

  • Einige Hersteller färben das Kernmaterial des Bandmaterials anders, so dass ein Verschleiß sichtbar wird.

Was fällt auf?

  1. Es gibt eine dynamischen Tests
  2. Was die Schlaufe zum Abseilen ist, ist nicht zwangsläufig die Schlaufe, die auch zum Einbinden genutzt wird

Links:

Sitzgurte zum Arbeiten

Bei Sitzgurten nach der Norm EN 813 werden die dynamische und die statische Belastbarkeit getestet. Dabei muss an jedem der vorderen Befestigungspunkte die Belastbarkeit gegeben sein. Bei Gurten mit zusätzlichen seitlichen Befestigungspunkten (zum Beispiel Gurte zum Baumklettern) müssen diese zusätzlich die Norm EN 358 erfüllen.

Die statische Belastbarkeit ist zehr ähnlich zum Tests an Sportklettergurten, nur dass eine Kraft von mindestens 15 kN und mindestens dem 10-fachen der maximalen Nennlast verwendet wird.