Petzl GriGri
Das GriGri ist wohl neben dem ATC und dem Abseilachter das bekannteste Sicherungsgerät. Und das ist ein enormer Vorteil. Durch die große Verbreitung ist das Handling vielen bekannt. Anwendungsfehler werden allein durch die Gewöhnung ans GriGri minimiert. Das besagt auch der DAV Bericht von 2015, in dem gezeigt wird, dass das GriGri von ca. 17% der Kletterer verwendet wird es aber relativ die wenigsten Unfälle damit passieren.
Obwohl schon eine Menge Hardskills angesprochen sind, müssen wir die Liste mit einigen Erfahrungen anreichern. So wird des Öfteren berichte, das GriGri rutsche beim Sichern langsam durch. Leider sind die Umstände, unter denen das Gerät durchrutscht, nicht näher beschrieben. Ich vermute, dass hierbei ein dünnes neues Seil verwendet wurde. Das GriGri 1 ist blockiert bei Seilen unter 9,8 mm nicht mehr richtig, beim GriGri 2 ist als unterer Seildurchmesser 8,9 mm angegeben, das neueste GriGri + kann mit Seilen bis mindestens 8,5 mm umgehen. Man sollte also versuchen ein Seil zu verwenden, welches nicht unbedingt am Rande der Spezifikation liegt. Zwar müssen Bremsgeräte mit dem größten und kleinsten angegebenen Seildurchmesser geprüft werden, Weitere Umstände, wie Seilmantelkonstruktion, Beschichtung, ggf. Kälte und Feuchtigkeit, können im Einzelfall die Funktion beeinflussen. Mein GriGri + verwende ich mit ~10 mm Seilen (Polyester (Edelrid Boa Gym 9,8 mm) und Polyamid (Edelrid Cobra 10,3 mm & Tendon static 10,5 mm) und konnte noch kein Durchrutschen, auch mit deutlich schwereren Kletterern, feststellen.
Weiter wird berichtet, das GriGri rutsche je nach Seildurchmesser ab einer Belastung von 4 kN bis 7 kN durch. Auch hier gibt es einen Test, der diese Aussage nicht bestätigt. Das GriGri wurde mit einem 10 mm Seil gespannt. Es konnte bis zu einer Kraft von über 9 kN keinerlei Durchrutschen gemessen werden. Jedoch hat sich das GriGri dabei wohl so stark verformt, dass es nach dem Test repariert werden musste.
Petzl hat dazu eine Anwendungsnotiz geschrieben, unter welchen Bedingungen das GriGri nur eingeschränkt funktioniert. Die wichtigsten Punkte dabei sind erstens, dass eine horizontale Verwendung die Bremswirkung verschlechtern kann. Zweitens kann es bei der Gaswerkmethode passieren, dass zu viel Zug auf das Seil zwischen Bremsgerät und Kletterer gegeben wird. Dabei wird die Kraft auf das Bremsgerät soweit reduziert, dass der Blockiermechanismus nicht aktiviert wird.
Fürs Solo Topropen ist das GriGri eh nur bedingt zu gebrauchen, da es nicht eigenständig am Seil entlangläuft, es muss immer das Schlappseil herausgezogen werden. Für Lead Solo ist es aber eines der drei Geräte, mit weiter Verbreitung. Dabei ist auf jeden Fall zu beachten, dass beim Lead Solo keine Hand am GriGri ist. Das Prinzip der Bremshand, welches bei den Normprüfungen vorausgesetzt wird, kann hier nicht eingehalten werden. Beim Lead Solo kommt, den Umständen geschuldet, noch der Faktor Gewicht hinzu. Man wird in den Bergen nicht das Ultraheavy 10,5 mm Seil mitnehmen, sondern eher eins mit knapp unter 9 mm, so dass man hier wieder in einem Bereich ist, in dem das GriGri durchrutschen kann. Wie man damit umgeht folgt im Kapitel Setups.